Depressionen

Image
 
Starre Blicke ins Nix
Die Leere in einem Verzweifelte Augenblicke
Die Schnitte die man sich zufügt
Sind stille Schreie die keiner bemerkt
Die keiner wahrnehmen will
Man will allein sein
Den ganzen Tag im Bett liegen
Man kann nix mehr vernünftig machen
Ist lustlos und Träge
Man ist in seiner leere gefangen
In seinem eigenem Körper
In der Hölle im Nix
Überall wo man hinsieht
Ist es schwarz
Man sieht kein Lichtschimmer mehr
Nirgends wo alles Dunkel
Man fängt an sich zu hassen
Sein Leben zu hassen
Gedanken über den Tod Kommen hoch
Man ist so verzweifelt
Das man nicht mehr weiß
Was man tut
Und ob es noch gut ist
Zu leben wenn man sich eh nur quält
Schlimme Gedanken lassen einen Nicht schlafen
man liegt wach
Starrt in die Leere
In die Einsamkeit
In die Hölle
Wo man sich befindet
Es ist ein Gefängnis
Man will raus doch es geht nicht
Man ist gefangen
Und ob man je wieder richtig leben kann
Glücklich sein kann
Das steht in den Sternen

Angst oder Depression?

Hier die häufige Symptome von einer Depression und von Ängste, damit ihr sie unterscheiden könnt.
Image

DEPRESSION

  • Mangelndes Interesse an Unternehmungen, am Zusammensein mit Familie und Freunde;
  • Schlafstörungen, gestörte Nachtruhe;
  • Müdigkeit tagsüber;
  • Antriebslosigkeit, teilweise abwechselnd mit Phasen extremer innerer Unruhe;
  • Appetitlosigkeit;
  • Anhaltend gedrückte Stimmung;
  • Konzentrationsschwierigkeiten;
  • Geringes Selbstbewusstsein;
  • Im extremen Fall Suizidgedanken

ANGST

die unendliche Geschichte der Depressionen…

Häufigkeit

Depressionen sind außerordentlich häufig. Sie gehören zu den häufigsten psychischen Störungen und damit zu den häufigsten Krankheiten überhaupt. 3 bis 5 % der Weltbevölkerung, 200 Millionen Menschen also, so eine Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO, leiden z.Z. an Depressionen. Dabei handelt es sich nur um die von Fachleuten diagnostizierten und behandelten Krankheitsfälle – die Spitze des Eisbergs also. Wenn man den unsichtbaren, unterhalb der einsehbaren Wasserlinie liegenden Teil des Eisbergs in Betracht zieht, dürften Depressionen noch weit häufiger sein. In Deutschland leiden z.Z. etwa 5% der Bevölkerung an einer depressiven Störung. Das sind gut vier Millionen Bundesbürger.

Die bei psychisch Kranken häufig zu findende schamvolle Annahme, man sei der Einzige, die an solchen Problemen leide, ist offenkundig unzutreffend. Wer heute eine Depression erleidet, befindet sich in großer Gesellschaft, wie die zitierten Zahlen belegen. Zu dieser Gesellschaft gehören u.a. nicht wenige prominente Vertreter unserer Gesellschaft aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Kunst und Medien.

 

 
Verlauf

Der Verlauf depressiver Störungen ist sehr unterschiedlich. Manche Patienten erleiden in ihrem Leben nur eine einzige depressive Episode, bei anderen treten depressive Episoden wiederholt auf. Die Wiederherstellung einer normalen Stimmung nach Abklingen einer depressiven Episode ist für die Prognose sehr wichtig: Unvollständige Remissionen gehen mit einem wesentlich erhöhten Risiko einher, eine weitere depressive Episode zu erleiden.

 


Folgen

Depressionen sind generell schwerwiegende Erkrankungen. Zu den nachteiligen Folgen depressiver Erkrankungen zählen das Leiden und die Behinderung des Betroffenen, die Konsequenzen der Erkrankung für Partner, Angehörige und soziales Umfeld, die Arbeitsunfähigkeit und die häufig erfolgende frühzeitige Berentung. Seitdem man versucht, die Folgen derartiger Erkrankungen für die Lebensqualität der Betroffenen zu beziffern, zeigt sich, dass Depressionen zu den am meisten beeinträchtigenden und behindernen Krankheiten weltweit überhaupt gehören.

Ist Depression heilbar?

Für die Öffentlichkeit war er der berühmte Philosoph, der Professor an der renommierten École Normale Supérieure in Paris
privat litt er an Depressionen. Es sei ein Leiden, das an die Hölle grenzt, bekannte Louis Althusser. Obwohl er sich allen gängigen Behandlungen – vom Elektroschock über die Analyse bis zu Schlafkur und freiwilliger Internierung – unterzog und alle gängigen Psychopharmaka schluckte, konnte er dem seelischen Terror, der “fürchterlichen unergründlichen Leere” nicht entkommen. “Man wird mir gestatten, nicht davon zu sprechen”, schrieb Althusser. Aber die Krankheit sprach. Mit Gewalt.
 
 
 
Holger Reiners, im öffentlichen Leben bekannt als erfolgreicher Architekt und Unternehmensberater, hat sich entschlossen, von seiner Depression zu sprechen. Das ist mutig, weil nur so das Stigma der “Versagerkrankheit” durchbrochen wird. Und wichtig, weil der “Krebs der Seele” inzwischen mehr als fünf Prozent der Deutschen heimsucht. Trotz der Fortschritte in der medizinischen Forschung, trotz reichlicher Angebote von der Pharmaindustrie bleibt die Depression ein vielschichtiges Phänomen von undeutlichen Ursachen, schwierigen Diagnosen und unsicheren Heilungschancen. “Für den, der sie nicht kennt, ein nahezu unvorstellbarer Zustand”, sagt Reiners nach 20-jährigem chronischen Leiden. Reiners will Unwissende aufklären, Leidenden Mut machen und erzählen, dass und wie es gelingen kann, sich aus den Trümmern des Lebens “eine neue Heimat für das Ich aufzubauen”.
 
 
 
Reiners berichtet von den Erfahrungen des Kindes, das die Liebe des Vaters nicht “erringen” konnte, von der folgenden “unerklärlichen Verzweiflung”, vom Lebensmuster der Anpassung bis zum Verstummen der eigenen Stimme, bis zur totalen Selbstentwertung (“Die Maschine Mensch, die meinen Namen trägt, ist nicht nur irreparabel, sie hat auch keinen Restwert mehr”). Und zeigt dann, wie der späte Abschied von den Eltern, der Abschied von der “Illusion, irgendwann könne die Familie doch noch ein schützender Kreis werden” der erste Schritt zur Besinnung auf die eigenen Kräfte wird. Der Depressive, so Reiners, “ist krank, weil er an krankmachenden Lebensmustern festhält”.
Er selbst konnte loslassen, als er endlich einen Therapeuten fand, der ihm das unerschütterliche Vertrauen schenkte, das ihm als Kind so sehr fehlte.
 
Die leere Depressionshölle umzubauen in eine schützende Höhle für die wunde Seele, versichert der Architekt, sei möglich – auch ohne Pillen. Reiners hat sich auf den Weg gemacht. Jeden Morgen tritt er zum Dauerlauf gegen die innere Lähmung an, seitdem er entdeckte, während einer Kur in einer Sportklinik, dass physische Anstrengung dem “antriebsarmen” Patienten auf die Sprünge hilft. Viele kleine Schritte führten ihn zu Halt gebenden Lebensstrukturen, solche, die er sich selbst wählte. Dieses Buch will Leidenden ein Anstoß zum Aufbruch sein und eine Erinnerung daran, dass niemand von der Verantwortung frei ist, “sein eigenes Leben mitzubestimmen – auch und besonders der Depressionskranke”.
 
 
 

Holger Reiners: Das heimatlose Ich
Aus der Depression zurück ins Leben
Kösel Verlag, München 2002

Quelle: Zeit Online

Das Leid geht es nicht nur um eine Person…

Liebe alle,

etwa 5.000.000 Menschen leiden in Deutschland an Depressionen. Diese Anzahl ist sehr erschreckend. Daher fragen sie sich viele Menschen zu recht: Wie bemerke ich überhaupt, ob ich eine Depression habe?Eine Depression wird durch folgende drei Hauptsymptome charakterisiert:

  • eine depressive Stimmung
  • der Verlust von Freude und Interesse
  • eine erhöhte Ermüdbarkeit und geringere Aufmerksamkeit
 Häufig kommt es bei Depressionen auch zu Stimmungseinengungen.

An einer Depression leidet nicht nur eine Person: Die Betroffenen

Die betroffenen Personen verlieren die Fähigkeit, Freude oder Trauer zu empfinden und das ist Besorgnis erregend. Hiermit geht oft ein Verlust der “affektiven Resonanz” einher, das heißt, dass die betroffene Person auch nicht durch den Zuspruch anderer aufzubauen ist. Man fühlt sich als Angehöriger also nicht selten völlig ohnmächtig, obwohl man dem Betroffenen gerne Hilfe schenken würde. Der leblose Gesichtsausdruck und die dabei ins Leere starrenden Augen sind für Außenstehende alles andere als beruhigend.
Image